Sechs Pflanzenhöfe, jeweils dreiseitig verglast, durchstossen das Flughafengebäude Dock E. Je nach Geschoss sind die Scheiben transparent oder – wie auf der Abflugebene – geätzt, sodass nur das Licht in das Gebäude fällt. Die Pflanzen darin sind Vorboten exotischer Reiseziele: Entlang der Drahtseilharfen im Inneren ranken sich immergrüne Kletterpflanzen gegen den Himmel – aus Laos (Tetrastigma voinierianum), aus China (Jasminum polyánthum), aus Indien (Thunbergia grandiflora), aus Brasilien (Aristolochia littoralis), den Salomon- (Epipremnum aureum) und Westindischen Inseln (Passiflora quadrangularis). Die Pflanzenwahl verweist auf ein Kapitel der Botanikgeschichte: auf den ‹Wardschen Kasten›, benannt nach dem Botaniker und Arzt Nathaniel Bagshaw Ward. Die Pflanzenarten haben kulturhistorische Bedeutung, da diese von Botanikern, Missionaren und anderen Forschern zwischen dem 18. und 19. Jahrhundert erstmals nach Europa gebracht wurden. Im Dock E erhalten sie heute einen neuen Ausgangspunkt zu weiteren Reisen. Auf der Abflugebene sind die Pflanzenhöfe fast vollständig von milchigen Glasscheiben umhüllt, nur jeweils ein schmaler vertikaler Streifen auf den Längsseiten lässt den Blick ins Innere zu. Die Lage der Fensterstreifen auf den Längsseiten der Lichthöfe wurde mit Hilfe der Fibonacci-Zahlenreihe bestimmt. Die mathematische Zahlenreihe findet man auch in der Natur wieder, zum Beispiel in der Proportionsveränderung der Anordnung der Samen einer Sonnenblume.

Bauherrschaft
Unique (Flughafen Zürich AG), Kloten

Projektdaten
Projektierung          1998–2000
Ausführung             2001–2003

Gesamtfläche
ca. 20m2/Hof

Architektur
Martin Spühler Architekten AG mit agps architecture, Zürich

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