Ernst Cramer überzeugt in seinem Frühwerk mit kontextbezogener Gestaltung. Mit seiner präzisen Ausformulierung von Terrassen und Böschungen werden attraktive Räume innerhalb der weitläufigen Gartenanlage geschaffen. Durch den Einbezug des begrünten Limmatraumes scheint die Gartenanlage bis an das Flussufer zu reichen. Die mit viel Liebe zum Detail ausgeführte Gartengestaltung ist ein Paradebeispiel der Schweizer Gartenplanung aus der frühen Nachkriegszeit.
Willy Rotzler schrieb 1950 in einem Artikel in der Zeitschrift 'Werk' unter dem Titel 'Wohnbau und Grünflächen' sehr passend und mit Blick auf die Gartengestaltung der Kolonie Wasserwerkstrasse: «Wir wollen es uns nicht verhehlen: allen unseren Bestrebungen um Vermehrung und Verbesserung von Grünflächen wohnt eine gewisse romantische Sehnsucht nach dem Verlorenen inne, der romantische Traum eines Lebens inmitten freien Natur, der uns das moderne Leben weitgehend entfremdet hat. Romantik an sich ist weder gut noch böse; es fragt sich nur, in welcher Weise wir uns ihr hingeben. Das Wohnen im Grünen ist nicht die schlechteste Form der Flucht aus der Unwirtlichkeit des städtischen Alltags- und Berufslebens.»

Gutachten
2012

Ort
Zürich-Wipkingen